Wie lange hÀlt Frau Merkel noch durch?

November 28, 2011     
7 people like this post.

Angela Merkel und die Eurobonds

Angela Merkel und die Eurobonds

Nach allem, was sich in der gegenwĂ€rtigen Euro-Krise beobachten lĂ€sst, dĂŒrfte es nicht mehr lange dauern, bis die deutsche Regierung ihren Widerstand aufgibt. Denn innerhalb der Euro-Zone befindet sie sich in der Minderheit, was den StabilitĂ€tskurs zur BewĂ€ltigung der Staatsschulden-Krise angeht.

Selbst Österreich ist jetzt bereit, der EuropĂ€ischen Zentralbank das Recht zu Ausgabe von Euro-Schuldverschreibungen zu geben und damit den dramatisch ĂŒberschuldeten Staaten wie Griechenland, Italien, Spanien und vielleicht auch Frankreich den Zugang zu gĂŒnstigen Euro-Anleihen zu verschaffen. Das ist eine Forderung, die seit Monaten von der Mehrheit der Euro-Staaten vertreten wird. Übrigens auch von Großbritannien, das bekanntlich der Euro-Zone fern blieb und ein eigenes riesengroßes Problem seiner Staatsfinanzen zu bewĂ€ltigen hat. Als wichtigster Finanzplatz Europas fĂŒhlt sich die Londoner City durch die Eurokrise bedroht und will eine rasche Lösung. Und weil die Finanzbranche an der Überschuldung der westlichen Industriestaaten (einschließlich der USA) so blendend verdient, denkt man in London in erster Linie an die Versorgung der Schulden-Staaten mit frischem Kapital zu hohen Zinsen und möglichst mit einer kompletten Garantie Deutschlands. So sehr Deutschland selbst mit seinen Staatsschulden kĂ€mpft, ist es doch die grĂ¶ĂŸte und solideste Volkswirtschaft in Europa – und vor allem die exportstĂ€rkste unter den grĂ¶ĂŸeren EU-Staaten.

Aber daraus darf man nicht auf die Politik der Berliner Regierung schließen. Denn Frau Merkel hat ein feines GespĂŒr fĂŒr das politisch Mögliche. Und sie hat vor allem eine unĂŒbertroffene FĂ€higkeit zur politischen Kehrtwende, wie man am Beispiel des Ausstieges aus der zivilen Kernkraft, des Mindestlohns, der Abschaffung der Wehrpflicht und zahlreicher anderer Themen gesehen hat. Eine Politikerin, die zĂ€h an ihren Überzeugungen festhĂ€lt, ist sie jedenfalls nicht. In der Tat weiß man gar nicht, ob sie in der Frage der Euro-Schuldenkrise ĂŒberhaupt feste Überzeugungen hat.

Es kann deshalb nicht mehr lange dauern, bis die deutsche Regierung ihre gegenwĂ€rtigen Positionen rĂ€umt und einen „guten Kompromiss“ schliesst, der „gut fĂŒr Europa und gut fĂŒr Deutschland“ ist. (Ich zitiere aus der kĂŒnftigen RegierungserklĂ€rung 
) Und obgleich ich niemals Wetten eingehe, wĂ€re ich fast versucht, es in diesem Fall zu tun. – Es ist aber besser, ich bleibe meinem Grundsatz treu, denn ich muss als deutscher Steuerzahler dieses Geld fĂŒr die „Rettung“ des Euro sparen.

Caveat lector: Die Texte in diesem Blog liegen in der Verantwortung ihres Verfassers und sind nicht als Stellungnahmen von Global Brief oder der Glendon School of Public and International Affairs zu verstehen.
The opinions expressed in this blog are strictly personal, and do not necessarily reflect the views of Global Brief or the Glendon School of Public and International Affairs.

Share and Enjoy:
Print This Post | Send to a friend








Spam Protection by WP-SpamFree

<< back to blogger